Reizüberflutung bei Babys - 5 Tipps wie Sie die Reizüberflutung mindern können

Elias, 6 Monate alt liegt in seinem Bettchen und beginnt fürchterlich an zu weinen. Seine Mutter Hanna eilt zu ihm und nimmt ihn auf den Arm, doch er scheint untröstlich und hört gar nicht mehr auf zu weinen. Hanna ist ganz verzweifelt, weil das fast jeden Abend so geht und sie selbst auch nicht mehr zur Ruhe kommen kann, da sie kaum noch schläft.

Erfahren Sie hier wie Sie als Eltern den Ursachen des Weinens mithilfe der folgenden fünf Tipps auf die Spur kommen und Reizüberflutung mindern können. Denn wenn Ihr Baby an vier oder mehr Tagen, täglich mehr als drei Stunden weint oder schreit, gehört es höchstwahrscheinlich zur Gruppe der „Hochsensiblen“. Hochsensibilität ist eine Veranlagung mit der ca.15% der Babys auf die Welt kommen. Hochsensible Babys nehmen Ihre Umwelt sehr viel differenzierter wahr und können daher schnell überstimuliert werden. Ein Selbsttest am Ende dieses Artikels wird Ihnen effizient und schnell darüber Gewissheit verschaffen.

Woran erkenne ich ein hochsensibles Baby?

Hochsensible Babys beobachten Ihre Umgebung sehr genau und halten ununterbrochen Blickkontakt mit Ihnen als Mutter und Vater. Sie nehmen kleinste Umweltreize wie Geräusche, Gerüche, grelles Licht, Materialien ihrer Kleidung sehr viel stärker und intensiver wahr wie normal sensible Babys. Es spürt intuitiv Ihre Emotionen und Gefühle. Wenn Sie in Gegenwart Ihres Sprösslings nervös, wütend oder besorgt sind, reagiert Ihr hochsensibles Baby mit Weinen oder Schreien, um Ihnen seine Unbehaglichkeit mitzuteilen. Um so wichtiger ist es, dass Sie als Eltern selbst ruhig und entspannt sind, auch wenn dies nicht immer einfach ist.

Hochsensible Babys sind Stimmungsbarometer

Ihr hochsensibles Baby registriert feinste Veränderungen in der Tonlage Ihrer Stimme und reagiert entsprechend drauf. Sind Sie entspannt und fröhlich, überträgt sich diese positive Stimmung auch auf Ihr Sprössling. Achten Sie auch auf die Lautstärke Ihrer Stimme, denn eine leise und sanfte Stimme hat auch eine unmittelbare beruhigende Wirkung auf Ihr Baby. Das Weinen oder Schreien Ihres Sprösslings dient manchmal auch dem Stressabbau. Das merken Sie daran, dass es gerade nicht getragen werden möchte und den Kopf wegdreht. In dieser Situation lassen sie es weinen und sich beruhigen, während Sie in seiner Nähe bleiben und den Blickkontakt halten, dabei aber weiter gar nichts unternehmen.

Erfahren Sie nun fünf Tipps wie Sie die Reizüberflutung bei Ihrem hochsensiblen Baby mindern und eine reizarme Umgebung schaffen können.

1.Tipp: Strukturierter Tagesablauf und Temperaturen

Gerade für hochsensible Babys ist eine feste Tagesroutine für Stillen, Nickerchen, Baden, Spielen etc. sehr wichtig, denn hochsensible Babys entspannen schneller, wenn Sie wissen, was als Nächstes geschieht. So kann es sich Stück für Stück an das Leben anpassen ohne überstimuliert zu werden. Im ersten Lebensjahr sollten Sie große Veränderungen wie Reisen, Umzüge, Partys meiden, dann sie würden Ihren Sprössling schnell überfordern. Überdies reagieren hochsensible Babys sehr empfindlich auf jegliche Art von kleinsten Temperaturunterschieden, wie z.B. beim Badewasser oder der Beikost. Achten Sie mithilfe eines Thermometers darauf, dass die Körpertemperatur von 37°C nicht über- oder unterschritten wird. Sollten Sie mal kalte Hände haben, wärmen Sie sie vor dem Berühren Ihres Babys auf.

Was ist bei hochsensiblen Babys zu meiden?

Alles was laut ist, wie sprechende Kuscheltiere, Rasseln, denn sie sind schädlich für das sensible Hörorgan. Auch mögen sie generell keine fremden Menschen, die Ihnen zu Nahe kommen und sie anfassen oder kitzeln möchten. Ähnlich verhält es sich mit gemusterter Kleidung, grellen, knalligen Farben oder ein Perpetuum Mobile über dem Bett, das es vom Einschlafen ablenkt.

2. Tipp: Körperkontakt intensiv pflegen und Urvertrauen aufbauen

Hochsensible Babys benötigen sehr viel Zeit bis sie ein Urvertrauen aufbauen können. Das Urvertrauen bauen Sie mit Ihrer Wärme, emotionalen Nähe, mit dem engen Körperkontakt durch viel Tragen und Stillen und Ihrem liebevollen Umgang mit Ihrem Sprössling. Dann fühlt es sich angenommen, geliebt, geschützt und geborgen. Dieses Urvertrauen bildet die Basis für ein gesundes Selbstvertrauen. Auch sollten die Bezugspersonen im ersten Jahr nicht wechseln, denn das kann das Urvertrauen stark erschüttern.

3. Tipp: Reizüberflutung durch Elektrosmog

Elektrogeräte, Handys, Computer, WLAN, Babyfon, etc. sollten auf keinen Fall im Kinderzimmer platziert sein. Am Abend und zu den Schlafenszeiten des Babys empfiehlt es sich alle Elektrogeräte und WLAN vom Strom zu nehmen. Denn sie sind für Sie als Eltern und für Ihre Kinder wegen der Strahlenbelastung sehr gesundheitsschädlich. Strahlenbelastung äußert sich u.a.. durch Schlafprobleme, Nervosität, Schreien und Weinen bei Babys und Kindern, da ihr Organismus noch viel empfindlicher auf die Strahlung reagiert. Verwenden Sie stattdessen Schnurtelefone und meiden Sie den Einsatz der Mikrowelle.

4. Tipp: Gesunde Beikost ab dem 7. Monat

Die Ernährung spielt bei hochsensiblen Babys eine zentrale Rolle. Die Ernährung ab dem 7. Monat sollte, neben der Muttermilch, aus naturbelassenen, frischen, regionalem Gemüse und Obst aus biologisch zertifizierten Anbau stammen, die nicht in Plastik oder Aluminium verpackt sind. Als Beikost für Babys ab dem 7. Monat eignet sich gedämpfte Möhren, blanchierter Brokkoli, Rote Beete, Pastinaken, Fenchel, die stets jedes für sich allein als Fingerfood gegessen werden sollten. Bereiten Sie viele kleine Portionen über den Tag verteilt. Wenn es bereits eine Weile Gemüse isst, können Sie Im nächsten Schritt zerstampfte Kartoffeln als Beilage anbieten. Meiden Sie Fertigbabynahrung, denn diese enthalten große Mengen an verstecktem Zucker und schädliche Zutaten wie Fettschadstoffe.

5. Tipp: Besser einschlafen - warum hochsensible Babys Naturmaterialien lieben

Hochsensible Babys sind pflegeleicht, solange Sie das Kinderzimmer und die Bekleidung farblich schlicht und einfarbig halten. Ein Grund warum Ihr Baby weint oder schreit, könnte das kratzige Etikett oder Nähte im Schritt sein, denn ihre Haut ist sehr empfindsam und verträgt keine kratzigen Materialien oder störende Nähte. Hierzu gehören auch synthetische Fasern, wie z.B. das weit verbreitete Polyester. Dieser Faser fehlt es an Atmungsfähigkeit. Entsprechend wird der Schweiß nicht absorbiert und verstopft die Hautporen. Ihr Kind beginnt folglich stark zu schwitzen, was dazu führt, dass es nachts weinend oder schreiend aufwacht.

Empfehlenswert sind daher naturbelassene Stoffe, mit einem GOTS-Siegel (Global Organic Textile Standard). GOTS ist als weltweit führender Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern anerkannt. Zu den besonders atmungsfähigen Naturfasern gehören Merinowolle, Leinen- und Hanfstoffe. Diese hochwertigen Naturfasern sind sehr strapazierfähig und angenehm für die empfindliche Babyhaut. Leinen wie auch Hanf können beide große Mengen an Schweiß absorbieren, ohne dabei die empfindsame Haut Ihres Babys zu reizen und ohne seinen Schlaf zu stören. Hanf filtert zudem 95 % der Infrarot-Strahlen und leitet keine Elektrizität. Leinen und Hanf werden mit Waschen weicher und sind sehr widerstandsfähig.

 

Es geht auch windelfrei

Alternativ zu Windeln, die viele gefährliche Schadstoffe enthalten, können Sie Ihr Baby auf die natürliche Weise windelfrei erziehen, so wie es auch in vielen asiatischen und afrikanischen Ländern praktiziert wird. Denn alle Babys haben von Geburt an bis zum 4. Lebensmonat die Fähigkeit Ihrer Mutter durch Signale wie durch Schreien, Zappeln, Quäken ihr Bedürfnis mitzuteilen und Ihr „Geschäft“ kontrolliert abzuhalten. Hierzu bietet es sich an, dass Sie beginnen am Nachmittag für 1-2 Stunden Ihr Baby genau zu beobachten und seine Signale zu studieren, wann es muss und in welchem Rhythmus. Machen Sie sich Notizen dazu und wiederholen Sie Ihre Beobachtung mehrere Tage. Mit etwas Geduld, werden Sie wissen, wann es muss. Sie werden feststellen, dass während des Schlafs kein Pipi oder Geschäft erfolgt. Erst wenn Ihr Baby gegen 05.00 Uhr oder 06.00 Uhr aufwacht wird das erste Signal kommen. Das nächste „Geschäft“ folgt meist während oder unmittelbar nach dem Stillen. Während des Abhaltens über einem Töpfchen sollten Sie ein Schlüsselwort oder z.B. ein Zischen von sich geben, das ist dann das Signal für Ihr Baby sein „Geschäft“ zu vollrichten. Dieses Schlüsselwort oder Zischen muss vor jedem „Toilettengang“ wiederholt werden.

 

Was geschieht wenn die Hochsensibilität unentdeckt bleibt?

Nicht jede Fachperson, ob Arzt oder Therapeut ist mit der Thematik der Hochsensibilität vertraut. Das birgt einige Probleme in sich, denn wenn Sie Rat suchen, weil Sie der Ansicht sind, dass Ihr Sprössling ein Schreibaby sei, besteht die Gefahr, dass es in eine Schublade gesteckt und als nicht „normal“ betrachtet wird. Doch Ihr Sprössling ist nicht krank, sondern einfach nur etwas sensitiver als die anderen Babys. Bedenken Sie, dass Ihr hochsensibles Baby intuitiv alles wahrnimmt und schnell verunsichert und gestresst wird, wenn es merkt, dass es abgelehnt oder verurteilt wird. Vertrauen Sie Ihrer Intuition als Eltern und beobachten Sie Ihren Sprössling genau. Sie werden mit etwas Geduld beginnen vieles wahrzunehmen was Sie vielleicht vorher so nicht wahrgenommen haben. Denn oft gibt es, wie in diesem Artikel bereits erwähnt, klare Gründe warum Ihr Sprössling weint oder schreit. Es möchte Ihnen etwas mitteilen und es ist Ihre Aufgabe als Eltern, die Signale mit der Zeit richtig zu deuten. Mit Geduld, entdecken Sie mehr und mehr die schönen Seiten Ihres hochsensiblen Babys und werden seine Verhaltensweisen leichter nachvollziehen können.

Selbsttest - ist mein Baby hochsensibel?

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