Reizüberflutung bei Kindern erkennen

Sebastian, 4 Jahre alt, sitzt hibelig auf seinem Stuhl in seiner Kindergartenklasse und möchte mit den anderen Kindern nicht spielen. Als neben ihm plötzlich zwei Kinder laut schreien, hält er sich verschreckt die Ohren zu und beginnt zu weinen.

Kommt Ihnen Sie diese oder eine ähnlich geartete Situation bekannt vor? Dann interessiert es Sie bestimmt zu erfahren, dass Ihr Kind höchstwahrscheinlich zur Gruppe der Hochsensiblen, abgekürzt: HSK= Hochsensible Kinder, gehört.

Was bedeutet hochsensibel?

Hochsensibilität ist eine Eigenschaft bzw. Veranlagung, mit denen ca. 15% der Menschen - gekoppelt mit vielen Begabungen - auf die Welt kommen. Ich bin selbst hochsensibel und fühlte mich schon als junges Mädchen anders als die anderen. Erst vor Kurzem entdeckte ich einen Artikel über Hochsensibilität, der mir tief aus der Seele sprach. Vielleicht entdecken auch Sie gerade Ihre eigene Hochsensibilität oder die Ihres Kindes, wenn Sie diese Zeilen lesen.

Kinder, die hochsensibel sind, können Sie sich bildlich wie ein Seismograph vorstellen. Sie nehmen feinste Schwingungen und feinste Details in ihrer Umwelt differenziert und intensiv wahr. Sie erfassen intuitiv was ihr Gegenüber denkt und fühlt. Ein hochsensibles Kind spürt die Stimmungen um ihn herum, ob jemand die Wahrheit sagt, ob dicke Luft herrscht, ob jemand glücklich oder traurig ist und vieles mehr. Wenn Sie sich diese differenzierte und tiefgründige Wahrnehmung Ihres hochsensiblen Kindes bewusst werden, erahnen Sie jetzt, dass die vielen Informationen und Reize, die auf Ihr Kind täglich einprasseln, erst einmal im wahrsten Sinne des Wortes verdaut werden müssen.

Wie äußert sich Reizüberflutung?

Zu viele Reize auf einmal und ein fehlender Ruhepol als Rückzug führen schließlich zu einer Reizüberflutung, die sich ganz unterschiedlich von Kind zu Kind äußert. Während der Eine hyperaktiv, unkonzentriert wirkt, wird das nächste Kind aggressiv, das Dritte introvertiert und schüchtern und das vierte Kind, wie der vierjährige Sebastian, beginnt zu weinen. Leider werden bei vielen hochsensiblen Kindern ADS oder ADHS fehldiagnostiziert, da auch Fachleute häufig von dieser Veranlagung dieser Kinder nichts wissen.

Wie Reizüberflutung reduzieren?

Da in unserer heutigen Zeit Reizüberflutung ein allgegenwärtiges Thema ist und zur Entwicklung chronischer Krankheiten führen kann, stelle ich Ihnen im nächsten Beitrag fünf Tipps vor, wie Sie die Reizüberflutung bei Ihren Kindern reduzieren können.

 

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